Was sollte beim Auspflanzen eines Trüffelbaums beachtet werden?

Lage:
Konkurrierende Ectomycorrhizapilze sind bei Anlage einer Pflanzung in der Nähe von Waldbäumen zu erwarten. Dagegen stellt die arbuskuläre Mycorrhiza von Sträuchern, Getreide, Blütenpflanzen und Farnen kein Problem dar.

Boden und Entwässerung:

Ein gut belüfteter, lockerer, basischer Boden ohne Staunässe ist die Voraussetzungen für eine erfolgreiche Trüffelzucht.

Vor Anlage einer Pflanzung sollte vor allem der pH- Wert (saurer oder basischer Charakter) des Bodens untersucht werden! Saure Böden können in Abhängigkeit vom Ausgangs- pH und der Pufferkapazität des Bodens, d.h.  der Eigenschaft pH-Veränderungen entgegenzuwirken, aufgearbeitet werden. Bei kalkfreiem Unterboden kann dies einfach durch Einbringen von Kalk/ Kalkstein (Calciumcarbonat) erreicht werden.

Pflanzung:
Buchen und Haselnüsse sind sehr gut geeignet, um alleine oder gemischt als Hecke gepflanzt zu werden!

Trüffel sind Mycorrhizapilze!

Die Zucht von Trüffelpilzen unterscheidet sich von der Shiitake- oder Champignonzucht! Während sich diese als sog. saprotrophe Pilze von toter organischer Substanz ernähren, gehen Trüffel eine Partnerschaft (Symbiose) mit lebenden Pflanzen ein. 

In der Mykorrhiza genannten Lebensgemeinschaft zwischen Pilz (griechisch Mykes) und Wurzel (griechisch Riza) erhält die Pflanze im Austausch für Zucker und Stärke aus ihrer Photosynthese vom Mycorrhizapilz Wasser und Nährstoffe aus dem Boden.

Die Wurzeln gehen bei Kontakt mit dem Mycorrhizapilz in ein gedrungenes Wachstum über. Der Pilz bildet dann ein dichtes Geflecht um diese verkürzten Wurzeln und dringt gleichzeitig in die Wurzelrinde vor. Das neue „Wurzelorgan“ ist der Ort für den Austausch zwischen den beidem Lebenspartnern, zudem schützt es die Baumwurzel vor Infektionen durch das Eindringen anderer Bakterien oder Pilze. Gleichzeitig breitet sich ein Netzwerk von Pilzfäden (Hyphae) in den umgebenden Boden aus. Die für die Pflanze erreichbare Zone kann so ein vielfaches der Entfernung betragen, die das Wurzelwerk allein erreichen könnte.

Wo kommen Mycorrhizapilze vor?

Die Mycorrhiza ist die häufigste und wichtigste wechselseitige Lebensgemeinschaft in der Welt. Fast alle Pflanzenfamilien können mit Pilzen aus den Stämmen (Phyla) der Glomeromycota, Ascomycotina and Basidiomycotina Mycorrhizae ausbilden.

Es gibt zwei Haupttypen der mycorrhizalen Symbiose: Ectomycorrhiza  und Endomycorrhiza  (griechisch ektós – ausserhalb und endo - innerhalb).

Endomycorrhizapilze gehen direkt mit den Zellen der Pflanze eine Verbindung ein und bilden sog. "arbuskuläre“ Strukturen innerhalb der corticalen Wurzelzellen (siehe Abbildung a aus Martin, Nature Reviews Microbiology, 2016).

Die echten Trüffelpilze (Tuberaceae) gehören dagegen zu den Ectomycorrhizapilzen und sind nur äußerlich in der Form des sog. „Hartig-Netz“ mit der Pflanzenwurzel verbunden (siehe Abbildung b)

Endomykorrhiza sind die verbreitetsten und ältesten Form der Mykorrhizapilze, 80% aller Landpflanzen leben in Symbiose mit diesen Pilzen. 

Da diese Lebensgemeinschaft zwischen Pilz und Pflanze so weit verbreitet ist, ist es wahrscheinlich, dass Endomykorrhizapilze überhaupt erst die Besiedlung des Festlandes durch die ersten Pflanzen vor ca. 400 Millionen Jahren ermöglicht haben könnten.

Ektomykorrizapilze entwickelten sich erst später vor ca. 130 Millionen Jahren zusammen mit den Nadelbäumen. Ca. 10% aller Pflanzen leben heute in dieser Form der Symbiose, die Wurzeln von Waldbäumen außerhalb der Tropen sind durchweg mit Ektomykhorrizapilzen besetzt. 

Wie finde ich Trüffel?

Ein Trüffel produziert aromatische Substanzen, die für seinen einzigartigen Geruch und Geschmack verantwortlich sind. Traditionell wurden daher Schweine und Hunde verwendet, um Trüffel in Wäldern aufzuspüren.

Bei einem einzelnen Baum ist die Suche wesentlich einfacher! Wenn sich im Umkreis des Baums ein "Brûlés" (Verbrennung) bildet, ist dies das Zeichen für ein sich ausbreitendes Trüffelmyzel, welches das Wachstum anderer Pflanzen verhindert.

Wenn dann die Erde, oft nach Regen, innerhalb des Brûlés Risse zeigt, kann dort wenige Zentimeter unter der Oberfläche der Trüffel gefunden werden!

Die oder Der Trüffel?

Beides ist richtig!

Laut Duden die Trüffel; Genitiv: der Trüffel, Plural: die Trüffeln,

aber umgangssprachlich auch:

der Trüffel; Genitiv: des Trüffels, Plural: die Trüffel